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ORTHOPÄDIE-TECHNIK UND HMS

Wenn die Diagnose HMS von einem Arzt gestellt wurde, muss dies selbstverständlich auch berücksichtigt werden, wenn es um die medikamentöse wie auch die Versorgung mit orthopädischen Hilfsmitteln geht. Beim Hypermobilitäts-Syndrom sollte darauf hingewiesen werden, dass vor allem in der Orthopädie Technik zahlreiche Hilfsmittel nicht helfen (also kontraindiziert sind), ja sogar womöglich noch mehr Beschwerden verursachen können.

Meine langjährige Berufs-Erfahrung ist die folgende: Schon bei den Fußhilfen fängt es an, denn hier sind alle Einlagen, die Pelotten (Erhöhungen) im Spreiz- und Mittelfuß haben, nicht indiziert und tragen womöglich noch zur Verstärkung des Problems der langen Sehnen und Bänder bei. Auch sind, nach meinen Erkenntnissen, viele Orthesen und Bandagen nicht für das HMS ausgelegt. Gleiches gilt bei Prothesen der oberen wie auch bei der unteren Extremität. Es versteht sich von selbst, dass nach einer Amputation eine Prothese angefertigt werden muss. Nur sollten wir als Orthopädie-Techniker*Innen wissen, dass hypermobile Amputierte unter anderen Gesichtspunkten versorgt werden sollten! Vor allem bei Frauen hat HMS schwerwiegendere Konsequenzen als bei Männern, da sie zwar dasselbe Muskelbild aufweisen, aber über bis zu 20 Prozent weniger Muskelkraft verfügen. Einer Frau fällt also die Aufrichtung des Körpers von vornherein schwerer als einem Mann, und für einen weiblichen Körper mit HMS wird das quasi zu Schwerstarbeit.

Die Orthopädie-Technik sollte also hier genauer hinschauen und, wenn eine HMS vermutet wird, diese gegebenenfalls von einem Arzt untersuchen lassen. Und die verordneten Hilfsmittel sollten auf die Bedürfnisse des Menschen, der sie trägt, eingestellt und abgestimmt sein! Umdenken tut not – in der Medizin wie auch in der Orthopädie-Technik. Und hierfür möchte ich mein über Jahre gesammeltes Wissen beisteuern.